Wednesday, May 18, 2016

Die Montage und ihre Tücken

Die ordnungsgemäße Befestigung der Räder ist Grundvoraussetzung für die Betriebs- und Verkehrssicherheit aller Kraftfahrzeuge. Deshalb sollte bei der Reifenmontage darauf geachtet werden, dass die vom Hersteller mit einem roten Punkt gekennzeichnete leichteste Stelle des Reifens am Ventil zu liegen kommt. Damit wird von vornherein ein möglichst unwuchtfreier Zustand angestrebt. Bei unsymmetrischen Felgen müssen Montage und Demontage über die schmale Felgenschulter erfolgen.



Bei der Montage muss auf einwandfreien zustand der Befestigungslöcher sowie der Radbolzen und -muttern geachtet werden. Um ein rad einwandfrei zu zentrieren, sind die Radmuttern zunächst handfest und erst dann auf das vorgeschriebene Drehmoment anzuziehen. Fehler, die dabei gemacht werden, führen zu ausgeschlagenen Befestigungslöchern und zur Unwucht. Einwandfreie Montage verlangt die Verwendung eines Drehmomentschlüssels. Nur so kann die Einhaltung des vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoments bei Leichtmetallfelgen gewährleistet werden. Der häufig verwendete Kreuzschlüssel ist hierzu ungeeignet, er führt leicht zum festkrallen der Räder. Das wiederum kann einerseits zur Beschädigung der Radschüssel führen und es andererseits dem Fahrzeugbesitzer nahezu unmöglich machen, mit dem Bordwerkzeug ein Rad zu wechseln.


Bei frisch montierten Rädern würde sich ohne ?Nachbehandlung? im Fahrbetrieb sofort eine Unwucht bemerkbar machen. Um dies zu verhindern werden die Räder in der Werkstatt ausgewuchtet. Technische Hilfsmittel schaffen es, eine Unwucht nach ihrer Art (statisch oder dynamisch), Lage und Größe genau zu ermitteln, um sie so sofort beseitigen zu können, Unwucht an Fahrzeugrädern ist nicht nur unangenehm, sie führt zu erhöhtem Verschleiß an teilen des Fahrwerks, der Lenkung sowie der Reifen und verringert die Fahrsicherheit.

Zu den Folgen fehlerhaft montierter Reifen im Kfz-Betrieb gibt es zwei Urteile. Das Landgericht Stuttgart verurteilte im Januar 1998 einen Reifenhändler zu erheblichem Schadensersatz, weil das Gericht es für erwiesen hielt, dass ein Montagefehler vorlag: Bei der Montage der Alufelgen waren diese mangelhaft gereinigt worden. Als ganz wesentlich kam nach Auffassung des Gerichts hinzu, dass auf den Lieferungs- und Rechnungsunterlagen jeglicher Hinweis auf die Notwendigkeit der Prüfung, Kontrolle und das notwendige Nachziehen der Radmuttern fehlte. Mit diesem Hinweis wäre das Stuttgarter Urteil anders ausgefallen. Vielleicht so wie das Urteil des Amtsgerichts Landsberg vom Dezember 1998: Das Amtsgericht hatte einen Reifenhändler nicht zu Schadensersatz verurteilt, weil dieser den Kunden beim Abholen des Fahrzeugs und erfolgtem Reifenwechsel eine Rechnung mit folgenden Aufdruck aushändigte: "Überprüfen Sie den festen Sitz der Radmuttern." Wir weisen darauf hin, dass nach einer Fahrtstrecke von mindestens 20 km und höchstens 200 km die Radmuttern nachgezogen werden müssen.


Thursday, April 21, 2016

Tipps für den Autofahrer

Der GVA-Vorsitzende Hartmut Röhl informiert über die Sicherheitsrelevanz von Leuchten und Autolampen und gibt Tipps, mit denen der Autofahrer bares Geld sparen kann.



  • Achten Sie auf die E-Prüfnummer. E1 steht für Qualität aus Deutschland, des Weiteren E2 für Frankreich, E4 für die Niederlande oder E 43 für Japan.
  • Gerade für Fahrer eines Diesel-Kfz gilt: Erst den Motor starten und dann das Licht einstellen. Die jeweiligen Spannungsspitzen beim Motorstart verkürzen ansonsten die Lebensdauer ihrer Autolampe deutlich.
  • Ist eine Halogen-Glühlampe aufgrund des Alterungsprozesses defekt, empfiehlt es sich, die zweite Lampe auf der anderen Seite gleich mitzutauschen. Auch sie wird wahrscheinlich demnächst kaputt gehen.
  • Glühlampen und Xenon-Lampen verlieren mit zunehmender Lebensdauer an Lichtausbeute. Das Licht aus einem gealterten Xenon-Scheinwerfer wird zudem bläulicher wahrgenommen. Muss eine Lampe ersetzt werden, bietet der Teilefachhandel entsprechende Neuware an, die den Alterungsprozess künstlich nachbildet.
  • Achten Sie darauf, dass nicht allein der Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug gut ausgeleuchtet wird. Gute Lampen zeichnen sich dadurch aus, die Zone 50-100 m vor dem Auto mit Licht zu erhellen. Das Licht unmittelbar vor dem Fahrzeug ist unter Sicherheitsaspekten eher zu vernachlässigen.
  • Achten Sie darauf, ob der Scheinwerfer und der Kunststoff getrübt sind. Das kann mit der Abstrahlung von UV-Licht zu tun haben, das für den Menschen zwar ungefährlich ist, aber Kunststoff vergilben lässt. Qualitätsprodukte unter den Lampen erkennt man daran, dass der Kunststoff nicht vergilbt, weil die UV-Strahlung z.B. durch spezielles Lampenglas ausgefiltert wurde. Lampen mit UV-Filter sind auf der Packung gekennzeichnet.
  • Verspricht die Verpackung oder Werbung für eine Halogenlampe Xenon-Licht, ist Vorsicht angebracht. Keine Halogenlampe kann die typische Lichtfarbe von Xenonlampen bei annähernd vergleichbarer Lichtleistung erreichen – oftmals ist die Lichtausbeute sogar geringer als für Halogen vorgeschrieben. Xenonlampen lassen sich auch grundsätzlich nicht in Halogensysteme einbauen. Stylingalternativen mit guten Ergebnissen können Angebote wie Philips BlueVision für H4 und H7 sowie Osram CoolBlue für H4 und H7 sein.
  • Beim eigentlichen Einbau der Glühlampe sollte man niemals den Glaskolben der Lampe anfassen. Die Fingerabdrücke brennen sich in den Glaskolben ein und vermindern die Lichtleistung der Glühlampe. Im schlimmsten Fall kann es dadurch sogar zu einem vorzeitigen Ausfall der Glühlampe kommen. Wenn Sie sich dies nicht selbst zutrauen, sollten Sie in jedem Fall die Werkstatt Ihres Vertrauens aufsuchen.
  • Es empfiehlt sich, nicht nur nach jedem Glühlampenwechsel die Einstellung der Scheinwerfer überprüfen zu lassen. Dies kann man z.B. bei einer der vielen freien Werkstätten in der näheren Umgebung erledigen werden. Während der schon traditionellen Lichttest-Wochen im Oktober jeden Jahres ist diese Überprüfung sogar kostenlos. Diese Aktion fand 2004 bereits zum 48. Mal statt.
  • Nicht immer aber liegt ein Defizit in der Lichtausbeute an einer nachlassenden oder fehlerhaft eingebauten Glühlampe. Auch Kratzer in den immer häufiger aus Kunststoff bestehenden Streuscheiben stören die vom Hersteller vorgesehenen optischen Eigenschaften des Scheinwerfers. Dabei nimmt auch die Blendung des Gegenverkehrs erheblich zu. Die richtige Reinigung der Streuscheiben mit Wasser und einem weichen Schwamm bzw. Tuch hilft die Lebensdauer eines Scheinwerfers deutlich zu verlängern.
Eine Auflistung und Beantwortung häufig gestellter Fragen zum Thema Autolampen macht übrigens Osram auf seiner Webseite.

Tuesday, March 15, 2016

Die maßgeblichen Unternehmen

Die führenden Unternehmen in der Lampenherstellung und Garanten für Qualitätsprodukte in Deutschland und weltweit sind die GVA-Mitglieder Philips und Osram. Beide Unternehmen bekennen sich außerdem zum Standort Deutschland. So beschäftigt Philips in Aachen rund 600 Mitarbeiter in der Autolampenproduktion und ihrem Vertrieb, bei Osram sind an den Standorten Herbrechtingen, Eichstätt und München Mitarbeiter der Sparte Automotive tätig.



Als Anbieter eines Handelssortiments gerade für japanische Marken ist auch das Unternehmen Herth & Buss mit seiner  Marke Nipparts zu nennen. Herth & Buss stellt für den Autofahrer ein hochwertiges Lampensortiment zusammen, das bei unterschiedlichen Herstellern eingekauft wird.

Ebenfalls von einiger Bedeutung ist das amerikanische Unternehmen General Electric, das in Europa aber nicht die Stärke wie in den USA besitzt. GE vertreibt dabei hierzulande eher nicht unter eigenem Markennamen, sondern setzt z.B. eher auf die starken Handelsmarkensortimente führender Autoteilehändler.

Thursday, February 18, 2016

Der Scheinwerfer als Hightech-Produkt

Moderne Scheinwerfer sind nicht nur für die Optik eines Fahrzeugs von erheblicher Bedeutung, sondern auch maßgebliche Sicherheitsträger. Die Hersteller und Anbieter von Scheinwerfern – so die GVA-Mitglieder Hella, Valeo, Bosch, in.pro oder Visteon – sind wichtige Kunden der Hersteller von Autolampen, die ihre Produkte dann wiederum an den Fahrzeughersteller für Erstausrüstung und Ersatzbedarf oder an den freien Teilehandel liefern.



Grundsätzlich gibt es drei verschiedene optische Systeme, auf denen heute verbaute Scheinwerfer aufsetzen:
Paraboloid-Reflektor: Die Lichtquelle ist in der Nähe des Brennpunktes positioniert. Der resultierende Strahlengang des projizierten Lichts ist annähernd parallel. Die Lichtverteilung wird durch optisch wirksame Elemente in der Abschluss-Scheibe erzeugt.

Freiflächen-Reflektor: Bei diesem Reflektorkonzept ist jedem Bereich im Reflektor ein Bereich der Fahrbahnausleuchtung direkt zugeordnet. Die Oberfläche des Reflektors wird auf Basis sog. Ablenkungsstrategien mit Hilfe des Computers berechnet. Es ergeben sich keine Regelgeometrien, sondern „Freie Flächen“.

Wednesday, January 20, 2016

Reparatur mit Karosserie-Ersatzteilen aus dem freien Markt

Thema im Fokus

Die Reparatur von Blech- und Unfallschäden mit Produkten aus dem freien Kfz-Teile-Markt war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Verschiedene Untersuchungen von technischen Instituten, ihre Übernahme von Fahrzeugherstellern in eigene Werbeaussagen und Beiträge in Fachmedien haben das Thema verstärkt auf die Agenda gebracht. Dabei wurde vielfach suggeriert, die alternativen Sortimente im freien Kfz-Service-Markt wären schlechter als die Originalersatzteile der Kfz-Hersteller – auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit würde sich solche Alternativen für Werkstatt, Versicherung und Kunden vielfach nicht rechnen.

Ein besonderes Ärgernis an einigen vermeintlich objektiven Tests war, dass dabei oftmals Ross und Reiter nicht genannt wurde – es war nur pauschal von dem Nachbauteil die Rede. So im Falle der Übernahme der Ergebnisse einer Diplomarbeit, die durch die Volkswagen AG gefördert wurde. Die Beantwortung der in der Studie gestellten Frage, ob besser Originalteile von VW oder Nachbauteile aus dem freien Markt verwendet werden sollten, steht angesichts dieses Zusammenhangs schon im Vorfeld fest. Deshalb überraschte die unkritische Übernahme der Ergebnisse solcher PR-Aktionen der Automobilindustrie in Fachzeitschriften sehr.

Um wie RHIBO Karosserieteile in hoher Produktqualität anzubieten, müssen sechsstellige Investitionen in geeignetes Werkzeug für den Nachbau getätigt werden. Um solche Aufwendungen zu rechtfertigen, muss daher eine entsprechend große Nachfrage im Markt vorhanden sein. Auch für RHIBO sind daher zum einen die Volumenmodelle und zum anderen der vordere Fahrzeugbereich von großem Interesse.

 
Gegen die beiden Marken VW und Audi ist der GVA aufgrund von Info-Broschüren, die auf der Automechanika 2002 verteilt wurden und vor Nachbauteilen warnten, mit juristischen Mitteln vorgegangen – zu diesem Zweck wurden besagte Vergleichstests ausgiebig genutzt. Im Ergebnis mussten sich beide Marken 2003 im Rahmen eines umfassenden Vergleichs dazu verpflichten, derartig diskriminierende Äußerungen über Nachbauteile aus dem freien Markt künftig zu unterlassen. Wenn auf Vergleichstests Bezug genommen wird, müssen die getesteten Produkte für den Leser durch Nennung der konkreten Produktbezeichnung oder die Angabe des Herstellers identifizieren sein – eigentlich selbstverständliches Gebot der Fairness.